Was für ausgebildete Mitarbeiter an mobilem Arbeitsgerät spricht…

ist ein für mich als Ausbilder überraschender Satz anlässlich einer Feedback Runde nach einer Gabelstaplerschulung eines Getränkehändlers, ausgesprochen durch einen langjährigen Mitarbeiter „ich dachte nicht daran, dass ein Stapler auch umfallen kann“.

Wir wissen ohne qualifizierte Bedienerausbildung nicht auf welchem Wissensstand sich die jeweiligen Mitarbeiter befinden. Oftmals ist offensichtlich kein Bewusstsein vorhanden, welche Gefahren im Umgang mit mobilen Arbeitsgeräten drohen. Im Arbeitsalltag soll die Arbeit möglichst schnell abgewickelt werden. Dabei droht die Arbeitssicherheit durch Zeitdruck, Unwissenheit und Gedankenlosigkeit unterzugehen.

Mir ist als langjährigem Ausbilder schon wohler wenn unterwiesene Mitarbeiter mit dem Umgang mobiler Arbeitsgeräte betraut werden. Allerdings bleibt eine gute Ausbildung besser in Erinnerung. Die Staplerhersteller rüsten ihre Produkte mittels Sicherheitstechnik immer mehr auf. Meist in Folge, als Reaktion, zur Beseitigung von Unfallursachen. Die Arbeitsunfälle mit Gabelstaplern sind seit 2013 gesunken, siehe Unfallschwerpunkt Gabelstapler (erschienen im "FM Das Logistik Magazin" im September 2017).

Die rechtlichen Vorgaben sind mit der Durchführungsanweisung für Flurförderzeuge der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV 68 DA) und den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS Nr. 2111) eindeutig und praxisnah durchführbar. Doch geht es auch darum, ein Bewusstsein im Betrieb zu implementieren, das sich eine Einstellung für Arbeitssicherheit breitmacht und eine Akzeptanz dafür als selbstverständlich verbreitet.

Über Bußgelder, zivilrechtliche Unternehmerhaftung bis zu strafrechtlichen Konsequenzen hinaus besteht auch der menschliche Teil der Folgen. Wie erklären sie hinterbliebenen Kindern, Lebenspartnern und Ehepartnern das künftige Fehlen ihrer Mitmenschen durch tödliche Arbeitsunfälle? Die Zahl war auch 2017 immer noch zu hoch. Tödliche Arbeitsunfälle stiegen 2017 um 30 auf 454 gegenüber dem Vorjahr [(Quelle: Vorläufige Unfall- und Berufskrankheitenzahlen 2017 UV der gewerblichen Wirtschaft und der öffentlichen Hand (Allgemeine UV)].

Ich treffe immer wieder auf Mitarbeiter, Vorgesetzte und Kollegen die noch Jahre später emotional schockiert sind von beinahe Unfällen oder tatsächlich erlebten Unfällen.

Lassen Sie uns dies künftig verhindern durch gute Ausbildung. Investieren Sie Arbeitstage für Arbeitssicherheit.

Ihr Ausbilder für mobiles Arbeitsgerät.

Olaf Gottschalk 24.3.2018